Trendkonzept "Coffee to go", aber: sophisticated!

 Kaffee hat sich seit der Entdeckung im 9.Jahrhundert in Äthiopien zum Lifestyle-Produkt in Europa und den USA entwickelt. 1999 eröffnete Dr. Katharina Bernau gemeinsam mit Ihrem Mann Sebastian den ersten coffee place der San Francisco Coffee Company in München. Dr. Bernau ist ursprünglich weder Kaffee-Expertin noch Unternehmerin, sie ist Quereinsteigerin. Ihr Beruf: Juristin. In diesem Metier war sie in einer renommierten Kanzlei in Silicon Valley in den USA tätig, hatte sich einen Namen gemacht. Vom Studium an den besten Universitäten zur Karrierefrau, eine Entwicklung, die aus sicherer Warte konstant in Zukunft laufen könnte. Doch dann kam ihr der Coffee in den Sinn und ließ sie nicht mehr los. Heute hat sfcc 23 coffee places und 190 Angestellte.

 

 

Von der etablierten Juristin zur Expertin für das Lifestyle-Produkt "Kaffee". Was war der Auslöser, hier zu investieren?

Dr. K. Bernau: Als Anwältin in den USA, genau im boomenden Silicon Valley 1997 bin ich zwangsweise durch die sehr lange Arbeitszeit mit Kaffee in Berührung gekommen. Aufgrund der Zeitdifferenz zu New York beginnen die Kalifornier morgens um 7.00 Uhr und sehr oft verlassen sie ihre Kanzlei erst um 23.00 Uhr oder Mitternacht. Die erste von vielen Kaffeepausen, um sich über Wasser zu halten, beginnt also schon früh. Natürlich muss der Kaffee dann auch schmecken, so dass ich immer auf der Suche nach dem besten war. In Palo Alto bin ich fündig geworden. Dort treffen sich auch die "Hot-shots" zum Kaffee und Business, also auf eine sehr lockere Art, aber auf hohem Niveau. Daran fand ich Gefallen und die Idee reifte, mich mit einem solchen Konzept in Deutschland selbstständig zu machen. Aus dieser Zeit kommt auch der sfcc-claim "sophisticated relaxed".

 

Ihnen ist es gelungen, sich an den besten Standorten in München zu etablieren, wie direkt am Odeonsplatz. Welche Vision hatten Sie, als Sie das Business begannen, und was konnten Sie bis heute umsetzen?

Dr. K. Bernau: Die Vision war es, in Deutschland Marktführer zu werden. Schon damals war klar, dass sich andere Kaffeeketten, allen voran die große amerikanische Konkurrenz, auf dem deutschen Markt etablieren wollten, und das mit Markenpower. Von Anfang an bis heute waren wir in München Marktführer, worauf wir sehr stolz sind. Und das kann uns keiner so schnell nehmen. Andere Städte stehen aber natürlich noch aus.

 

Ihr Credo lautet "beste Arabica-Bohnen". Ist Arabica nicht überall gleich, egal ob beim Discounter oder bei sfcc? Was macht denn die "sfcc-Bohne" aus? Sie sagen außerdem "sfcc-Coffee ist ein Lifestyle-Produkt" - was ist bei "normalem Kaffee" anders?

Dr. K. Bernau: Wir verkaufen nicht nur den besten Kaffee der Welt, die 10% die besten Arabicas, wir nennen das Spezialitätenkaffee. Da es bis dato keine offizielle Definition über Spezialitätenkaffee gibt, haben wir unsere eigene: Es ist ein Kaffee, der frei von Defekten ist, eine besonders ausgeprägte, wiedererkennbare Geschmacksnote aufweist und dessen Herkunft einwandfrei nachweisbar ist. Wir wissen genau von welchen Plantagen unsere Kaffees kommen und wie die Wachstumsbedingungen dort sind. Ideal sind Vulkananlagen aufgrund des fruchtbaren Bodens. Dann haben wir noch Raritäten; diese Bohnen werden nu in limitierter Qualität geerntet. Es ist also wirklich eine Wissenschaft, die dem Wein sehr ähnlich ist. Wir fordern daher auch eine klare Herkunftsbezeichnungen auf den Kaffeeverpackungen, nur leider findet man auch bei alteingesessenen Kaffeehäusern immer noch sehr vage Bezeichnungen. "Ausgewählte Kaffeebohnen aus den besten Anbaugebieten der Welt" hört sich natürlich gut an, sagt aber gar nichts über die Qualität. Ein Lifestyle-Produkt ist unser Konzept, weil wir den Kunden nicht nur den qualitativ hochwertigsten Kaffee servieren, sondern sie in den coffee places eine einmalige Atmosphäre auffinden. Einerseits soll man sich wohlfühlen, andererseits cool und hip.

 

Ihre Lebensphilosophie?

Dr. K. Bernau: Früher war es "work hard, party hard", als Mutter nachdem die Kinder aus dem Gröbsten heraus sind, "work hard, enjoy hard".